Öfinger Himmelbergfest wird abgesagt

 

Das Markenzeichen des Musik- und Trachtenvereins Öfingen, das beliebte Himmelbergfest, findet in diesem Jahr nicht statt. Lange hatten die Öfinger um das „Volksfest der Baar“ gebangt, nun teilte die Vorstandschaft die Absage mit. Ein herber Schlag für den rührigen Verein, den der wirtschaftliche Schaden durch den Ausfall des Festes ist enorm. „Das Fest an Christi Himmelfahrt war unsere Haupteinnahmequelle“, so die Vorsitzende Christina Engesser. Bereits im März musste aufgrund der Corona-Krise eine zweitägige Veranstaltung anlässlich des 65-jährigen Jubiläums des Vereins abgesagt werden.

Seit 1973 feiern die Öfinger ihr Traditionsfest am Festplatz unterhalb ihres Hausberges, dem Himmelberg. Kurt Nopper, Ehrenmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Vereins, weiß noch ganz genau, wie es zum Himmelbergfest gekommen ist: Beim Besuch des Maifestes in Niederstotzingen 1972 kam den Öfingern die Idee, ebenfalls eine solche Veranstaltung ins Leben zu rufen. Als im gleichen Jahr dann die Stadt Bad Dürrheim unter ihrem damaligen Bürgermeister Otto Weissenberger und die Ortsverwaltung Öfingen unter dem früheren Ortsvorsteher Konrad Hengstler die Einweihung der Schutzhütte auf dem 941 Meter hohen Gipfel des Himmelberges feierten und bestrebt waren, den Himmelberg als eine der höchsten Erhebungen der Baarlandschaft der Bevölkerung verstärkt zugänglich zu machen, war die Idee vollends geboren. Die Wahl des Himmelfahrtstages als Festtag erwies sich als Glückstreffer. Am 31. Mai 1973 war es erstmals soweit: der Verein feierte das Himmelbergfest unter ihrem damaligen Vereinsvorsitzenden und bis zuletzt Kreis-Blasmusikverbandsvorsitzenden Heinrich Glunz. Das Fest zählte im Gründungsjahr fast 5000 Besucher.

War das Fest in den ersten Jahren noch in den Waldungen des Himmelberges versteckt, so verlagerte es sich zwischenzeitlich aus organisatorischen Gründen an den Fuß des Himmelberges und ermöglicht so den Festbesuchern einen Panoramablick über die ganze Baar bis hinüber zu den Höhen des Schwarzwaldes. 1975 konnte das Himmelbergfest mit der Feier des 20-jährigen Bestehen des Musik- und Trachtenvereins verbunden werden. Aus diesem Anlass wurde vier Tage lang gefeiert. Das erste und bisher einzige Mal stand deshalb ein großes Festzelt für 2000 Besucher am Himmelberg.

Der jährliche Menschenandrang bestärkt Jahr für Jahr eine riesige Helferschar aus den Reihen der aktiven, passiven und Ehrenmitglieder des Vereins, das Fest in gewohnter Manier beizubehalten. Da die Öfinger seit jeher "Open Air" feiern – also ohne Festzelt – ist jedes Frühjahr Daumen drücken angesagt. Wegen feuchter Witterung blieb Ehrenmitglied Karl Schneckenburger auch schon mal mit seinem mit Getränken beladenen Firmenlaster im Schlamm unterhalb des Himmelberges stecken. So mussten die Mitglieder des Vereins sämtliche Getränkekisten vom Laster zum Fest tragen. Die 1988 gebaute Osterberghalle trägt dazu bei, dass das Fest in den vergangenen Jahren buchstäblich nicht ins Wasser fiel: Bei schlechter Witterung wird einfach drinnen gefeiert.

Musikverein im Jahr 2016